Es ist ein Akt der Selbstkrönung. Und der wird entsprechend zelebriert. Unter einem Kunststoff-Fenster in der opulent gewölbten Fronthaube der Corvette ZR1 stellt sich das nun von einem Ladeluftkühler gekrönte V8- Haupt öffentlich zur Schau. Nur ein kleiner sichtbarer Teil des Zentrums der Macht, aber der entscheidende. Weil er die amerikanische Binsenweisheit zur Leistungsfindung widerlegt, dass Hubraum allein selig macht.
Die schnellste Corvette aller Zeiten bricht mit den Traditionen. Lediglich der Aluminiumrumpf des aus der C6 stammenden, 6,2 Liter großen Small Blocks hat Bestand. Die inneren Werte sind neu: Titanventile, Titanpleuel und Schmiedekolben müssen nun nach Kräften herhalten, um den Mächten des zwischen den Zylinderbänken wohlbehüteten Eaton-Kompressors zu trotzen.
Der teuerste Motor bislang
"Das ist der teuerste Motor, den wir bislang gebaut haben", referiert Entwicklungsleiter Tadge Juechter. Und mit Abstand auch der stärkste. Mehr als 100 PS pro Liter Hubraum lautete das Entwicklungsziel, 647 PS und ein maximales Drehmoment von 819 Newtonmeter sind das Ergebnis. Die ZR1 hat den Teufel im wolllüstigen Leib. Ein Biest ohne Gnade.

Weil es mit schierer Leistung nur so um sich schmeißt und dabei auch noch auf vergleichsweise wenig Gegenwehr trifft - auf knapp über 1.500 Kilogramm, geformt aus den leichtgewichtigen Komponenten, die bereits in der Z06 zum Einsatz kommen. Ein stabiles Rückgrat aus Aluminiumprofilen und Magnesiumelementen bildet die Basis, über die sich ein schmackhaftes Backwerk aus Kohlefaserkomponenten stülpt.